Unternehmensbewertung Beispiel

Unternehmensbewertung: Methoden und Verfahren an einem Beispiel

Unternehmensbewertung: Methoden und Verfahren an einem Beispiel

Unternehmensbewertung: Methoden und Verfahren an einem Beispiel erklÀrt
Unternehmensbewertung: Methoden und Verfahren an einem Beispiel erklÀrt 


Sie haben Fragen zum Thema Unternehmensbewertung? Dann sind Sie hier genau richtig. Wir haben Ihnen in diesem Beispiel alle Informationen zum Thema Methoden und Verfahren der Unternehmensbewertung zusammengestellt.

Methoden und Verfahren der Unternehmensbewertung

Die Basis der Beauftragung zur Unternehmensbewertung durch einen Gutachter gehört in der heutigen Zeit zum Standard-Angebot einer Unternehmensberatung im M&A-Bereich. Die Frage: Wie bewertet man ein Unternehmen um es zu verkaufen wollen wir durch das folgende Beispiel beantworten. In dem folgenden Artikel erklĂ€ren wir an einem Beispiel die Vorgehensweise bei einer Unternehmensbewertung fĂŒr den Unternehmensverkauf. Es soll der Unternehmenswert einer Beispiel GmbH ermittelt werden. Die Beispiel GmbH hat den Gutachter beauftragt, ein Gutachten zur AbschĂ€tzung des Unternehmenswerts im Rahmen eines geplanten (Teil)Verkaufs des Unternehmens an einen noch nicht feststehenden Erwerber zu erstellen.

Vorgehensweise und EinschrÀnkungen der Unternehmensbewertung

Vorgehensweise und EinschrÀnkungen der Unternehmensbewertung
Vorgehensweise und EinschrÀnkungen der Unternehmensbewertung 


Aufgabenstellung der Ausarbeitung ist die Ermittlung eines Argumentationswerts bzw. einer Preisuntergrenze fĂŒr einen Alleinunternehmer, im Rahmen eines möglichen Verkaufs des Unternehmens an einen Nachfolger, der das Unternehmen fortfĂŒhrt. Diese Ausarbeitung konzentriert sich deutlich auf die PrĂ€sentation einer angemessenen Bewertungslogik. Es basiert auf die hypothetischen Zahlen eines Jahresabschlusses sowie der BWAs verschiedener ZeitrĂ€ume der letzten Jahre sowie auf die persönlichen ErlĂ€uterungen des EigentĂŒmers des Unternehmens.

Zahlen und Angaben fĂŒr die Unternehmensbewertung

Unternehmen verkaufen Beratung Ratgeber
Unternehmen verkaufen Beratung Ratgeber 


Die Zahlen und Angaben wurden nicht tiefer geprĂŒft, sondern dienen nur als erste Basis. Mögliche Änderungen der bei einer lĂ€ngeren Betrachtungsperiode sich ergebenden Durchschnittswerte fĂŒr die Vergangenheit sind ebenso wenig berĂŒcksichtigt wie mögliche Entwicklungen der nach einer Übernahme zu erzielenden ErtrĂ€ge und der anfallenden Aufwendungen, die fĂŒr den Erwerber von Relevanz wĂ€ren. Dieses Beispiel-Gutachten ist daher kein Gutachten nach IDW S1, dem Standard des Institutes der WirtschaftsprĂŒfer fĂŒr Unternehmensbewertungen, und wĂŒrde daher möglicherweise vor Gericht nicht anerkannt.

Ein Standard: IDW S1

Unternehmensbewertung Unternehmensverkauf

IDW S1 – GrundsĂ€tze zur DurchfĂŒhrung von Unternehmensbewertungen (Deutschland) GemĂ€ĂŸ Unternehmensbewertungsstandard IDW S1 ermittelt sich der Unternehmenswert beim Ertragswertverfahren durch Diskontierung der den Unternehmenseignern zufließenden finanziellen ÜberschĂŒsse. Der Kapitalisierungszinssatz besteht aus einem Basiszinssatz einer Alternativanlage (quasi-risikofreie Kapitalmarktanlage) und es wird ein Risikozuschlag vorgenommen und persönliche Ertragsteuern werden berĂŒcksichtigt. Die persönlichen Ertragsteuern werden mit einem typisierten Zinssatz von 25 % (Abgeltungsteuer) angenommen.

Quelle Wikipedia

FĂŒr den Fall eines bei einem Unternehmensverkauf tatsĂ€chlich geringeren erzielbaren Preises wird keine Haftung ĂŒbernommen. Gleiches Gilt, wenn die Zahlungsbereitschaft eines potentiellen KĂ€ufershöher wĂ€re, als sich nach dieser Ausarbeitung und der eventuellen abgeleiteten Kaufpreisforderung ergibt.

Inhaltsangabe:

In unserem nun folgenden Beispiel fĂŒr die Unternehmensbewertung wollen wir auch die folgenden Fragen beantworten:

Das GeschÀftsmodell des zu bewertenden Beispiel Unternehmens

Bewertung des Unternehmens an einem Beispiel erklÀrt
Bewertung des Unternehmens an einem Beispiel erklÀrt 


Der EigentĂŒmer möchte das von ihm aufgebaute und derzeit von ihm gefĂŒhrte Unternehmen an einen nicht selber im Unternehmen aktiven Investor verkaufen. Zugleich soll möglichst eine jetzt schon im Unternehmen arbeitende FĂŒhrungsperson die GeschĂ€ftsfĂŒhrung ĂŒbernehmen und mit einem gewissen Anteil am Unternehmen beteiligt werden. Das gesamte Unternehmenskonzept und auch der Mitarbeiterstamm sollen möglichst komplett ĂŒbernommen werden. In welchem zeitlichen Prozess und in welcher rechtlichen Konstellation im Detail die Übernahme geschehen könnte, soll bei der folgenden Betrachtung keine bzw. nur eine indirekte Rolle spielen.

 

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Der nach der Bilanz mit fast 80% Anteil dominierende Vermögengegenstand sind in diesem Beispiel “Forderungen gegen Geselllschafter”. Es wird unterstellt, dass die Übertragung der Gesellschaft ohne dieses Vermögensgut erfolgen wĂŒrde. Anderfalls mĂŒsste die Kaufsumme entsprechend erhöht werden.

Weitere ErlĂ€uterungen zur Beispielfirma fĂŒr eine Unternehmensbewertung:

Das Unternehmen wird vom EigentĂŒmer gefĂŒhrt und befindet sich im Bereich MaklergeschĂ€ft. Es gibt eine Dachorganisation und weitere Niederlassungen in denen sich weitere Makler organisiert haben. Die UmsĂ€tze werden aus dem Verkauf und der Bewertung von Consulting-Dienstleistungen generiert. In den Niederlassungen gibt es weitere Office-Strukturen. Die Kunden werden vor Ort oder per Internet und telefonisch beraten.

Bewertung des Unternehmens als Beispiel

Bewertung des Unternehmens als Beispiel
Bewertung des Unternehmens als Beispiel 


 

1. Verfahrenswahl

GrundsĂ€tzlich kommen fĂŒr die Bewertung des Unternehmens substanzwertorientierte etragswertorientierte und marktorientierte Verfahren in Frage.

Substanzwert der Unternemensbewertung

Das Kompositum Substanzwert setzt sich aus der „Substanz“ als Bestandteil einer Sache oder eines Rechts und deren „Wert“ zusammen. Der Substanzwert gehört allgemein zum Fachgebiet der Wertermittlung. Er ist eine BestandsgrĂ¶ĂŸe, die auf dem Sachwert eines Bewertungsobjekts aufbaut.

Quelle Wikipedia

Wenn die obige Annahme zutrifft, dass das dominante bilanzielle Vermögensgut in unserem Beispiel, die Forderung gegen Gesellschafter, nicht mit verĂ€ußert werden soll, bilden den wesentlichen Teil des Wertes des Unternehmens nicht die bilanziell erfassten VermögensgegenstĂ€nde, sondern die ĂŒber die Jahre entstandenen immaterielle, nicht in Rechnungswesen erfasste originĂ€re GeschĂ€fts- oder Firmenwert, der in wertvollen Marktbeziehungen, qualifizierten und motivierten Mitarbeitern und eingespielten GeschĂ€ftsprozessen zum Ausdruck kommt. Dann fĂŒhrt der aus der Bilanz ableitbare Substanzwert nicht zu einer sinnvollen Bewertung. Die aktuellen Bilanzwerte in dem Beispiel sind dem Gutachter ĂŒberdies nicht bekannt. Daher bleiben die Bilanzwerte in der Analyse völlig außer Betracht. Sollte dennoch bei einem Unternehmensverkauf nennenswerte VermögensgegenstĂ€nde mit ĂŒbernommen werden, ließe sich der nach dem Gutachten ermittelte Unternehmenswert leicht entsprechend korrigieren. Logisch falsch aber wĂ€re, zu dem ermittelten Ertragswert den Wert des (Netto)-Vermögens schlicht noch zu addieren.

Vergleichswert der Unternehmensbewertung

 

Das Vergleichswertverfahren ist ein Verfahren zur Wertermittlung von Immobilien (§ 15 Immobilienwertermittlungsverordnung – ImmoWertV). Nach diesem Verfahren wird der Marktwert eines GrundstĂŒcks aus tatsĂ€chlich realisierten Kaufpreisen von anderen GrundstĂŒcken abgeleitet, die in Lage, Nutzung, Bodenbeschaffenheit, Zuschnitt und sonstiger Beschaffenheit hinreichend mit dem zu vergleichenden GrundstĂŒck ĂŒbereinstimmen.

Quelle Wikipedia

Ebenso kommt grundsĂ€tzlich eine Bewertung nach Vergleichs- oder Marktwerten in Frage. Der Wert des Unternehmens bestimmt sich hier danach, zu welchem Preis bzw. mit welchen Erfolgsmultiplikatoren andere vergleichbare Unternehmen in jĂŒngster Zeit verĂ€ußert worden sind. Dies wĂŒrde aber erfordern, dass entsprechende Vergleichszahlen verfĂŒgbar sind. Die Auswertungen aus dem IDV-Firmenvergleich sind hierzu nur sehr eingeschrĂ€nkt nutzbar. Zudem macht der oft gewĂ€hlte Ansatz von Umsatzmultiplikatoren nur dann Sinn, wenn in etwa vergleichbare EBIT-Marken bei den zu bewertenden Unternehmen und den Vergleichsunternehmen erwirtschaftet worden sind. Dies ist aber meist und auch in dem konkreten Fall der Beispiel GmbH nicht gegeben. Auch andere Vergleichszahlen zu Multiplikatoren von NettoerfolgsgrĂ¶ĂŸen liegen in ausreichender Zahl und mit den notwendigen Zusatzinformationen der Vergleichbarkeit der Unternehmen vor. Die Bewertung nach Marktmultiplikatoren unterbleibt daher.

Vergleichswert der Unternehmensbewertung
Vergleichswert der Unternehmensbewertung 


 

Ertragswert der Unternehmensbewertung

FĂŒr die Wertfindung angemessener ist ein (modifiziertes) Ertragswertverfahren.

Allgemeine Bewertungsphilosophie:

Der Mindestwert aus Sicht eines VerkĂ€ufers entspricht dem Barwert des Zahlungsstroms, auf den er durch die (teilweise) Aufgabe des Unternehmens verzichtet. Der Maximalwert des KĂ€ufers ergibt sich analog als Summe der ihm kĂŒnftig voraussichtlich aus dem Unternehmen zufließenden ( bzw. ihm zustehenden ) finanziellen ÜberschĂŒsse, die auf den Kaufzeitpunkt diskontiert werden. Die zukĂŒnftigen Zahlungsströme können/sollen dabei aus den geplanten Jahresergebnissen ( also mit Hilfe der Erfolgsrechnungen ) abgeleitet werden. Auf die AbschĂ€tzung dieses Werts ( bzw. genauer: die formale Vorgehensweise hierzu ) soll im Weiteren der Schwerpunkt gelegt werden. Auf die konsequent zahlungsstrombasierte Analyse wird verzichtet.

2. Bewertung nach dem modifizierten Ertragswertverfahren

Bei der Ertragswertmethode sind die kĂŒnftigen sich in den JahresabschlĂŒssen niederschlagenden ÜberschĂŒsse, die den EigentĂŒmern des Unternehmens zustehen und ihnen durch Entnahmen und/oder GeschĂ€ftsfĂŒhrerbezĂŒge zufließen können, zu schĂ€tzen. Hierzu bedarf es zum einen der SchĂ€tzung der kĂŒnftigen EinkĂŒnfte, zum anderen der zu erwartenden Aufwendungen.

Der Blick muss hier also nach vorne gehen. Dennoch orientiert man sich, um eine robustere Basis zu greifen, vernĂŒnftigerweise an den UmsĂ€tzen der vergangenen Perioden und prĂŒft dann, welche Korrekturen angebracht sind. Dies gilt vor allem, wenn die letzten Jahre keine besonderen Höhen und Tiefen gebracht haben. Da insbesondere das BasisgeschĂ€ft der Beispiel GmbH konjunkturabhĂ€ngig ist, sollte in diesem Fall auf solche EinflĂŒsse geachtet um d im Zweifel lieber ein grĂ¶ĂŸerer Beobachtungs- und Vergleichszeitraum zur Bildung eines Durchschnittswertes herangezogen werden. Die fĂŒr eine lĂ€ngerfristige Betrachtung notwendigen Daten liegen hier aber nicht vor. Aus Sicht des VerkĂ€ufers ist im ersten Ansatz von der Annahme auszugehen, was an ÜberschĂŒssen kĂŒnftig erwirtschaftet werden wĂŒrde, wenn der bisherige Inhaber das Unternehmen fortfĂŒhren wĂŒrde. Aus KĂ€ufersicht sind die vom jetzigen Inhaber realisierten UmsĂ€tze dann daraufhin zu ĂŒberprĂŒfen, inwieweit sie ĂŒbertragbar sind, d.h. ob sie mit großer Wahrscheinlichkeit im neuen Unternehmen in gleicher Weise und Höhe anfallen werden. Hierzu sind fĂŒr die ZeitrĂ€ume nach seinem partiellen oder völligen Ausscheiden als erstes sog. personenbezogene UmsĂ€tze herauszurechnen, die ausschließlich an die Person des bisherigen Inhabers gekoppelt sind. Solche UmsĂ€tze sind in den Unterlagen nicht zuerkennen.

Des weiteren gilt es abzuschÀtzen:

  • Welche kĂŒnftigen UmsĂ€tze sind aus bestehenden, ĂŒbertragbaren VertrĂ€gen zu erwarten?

  • Welche kĂŒnftigen UmsĂ€tze sind durch die Wirksamkeit der Marktposition und des Bekanntheitsgrads des zu ĂŒbernehmenden Unternehmens und der reprĂ€sentierten Personen zu erwarten?

  • Welche kĂŒnftigen UmsĂ€tze sind aus der Hebung von Synergieeffekten zu erwarten? Hier wĂ€re abzuschĂ€tzen, welche ÜberschĂŒsse sich daraus erzielen lassen, falls das zu erwerbende Unternehmen in einem grĂ¶ĂŸeren Verbund eingebunden wird. Dies ist wohl nicht geplant und daher ohne Bedeutung.

Diese GrĂ¶ĂŸen können letztlich nur im gemeinsamen GesprĂ€ch zwischen KĂ€ufer und VerkĂ€ufer konkretisiert werden. Dies gilt auch fĂŒr die denkbaren Steigerungsraten der UmsĂ€tze in den nĂ€chsten Jahren. Sie hĂ€ngen wesentlich vom gewĂ€hlten Modell des Übergangs der Unternehmen auf den KĂ€ufer ab.

Resultierender Unternehmenswert am Beispiel

Zur Ermittlung des Unternehmenswertes sind im Folgenden drei Schritte notwendig:

  1. Es muss der fĂŒr den Erwerber zu erwartende Überschuss/Nettoertrag ermittelt werden,
  2. Es muss abgeschĂ€tzt werden, wie lange der vom Inhaber aufgebaute Good Will des Unternehmens wirksam ist, also dem Unternehmen und damit dem Erwerber ÜberschĂŒsse generiert,
  3. Es muss ein Zinssatz fĂŒr die Diskontirrung der in den Jahren der Wirksamkeit des Good Will zu erwartenden Nettoertrags angesetzt werden, um den Wert der relevanten ÜberschĂŒsse auf den aktuellen Stichtag ableiten zu können.

Ermittlung des Nettoertrags fĂŒr das Beispiel Unternehmen

Ermittlung des Nettoertrags fĂŒr das Beispiel Unternehmen
Ermittlung des Nettoertrags fĂŒr das Beispiel Unternehmen 


 

Da hier keine abweichenden Daten und keine Hinweise auf kĂŒnftige wesentliche Änderungen vorliegen, basiert die weitere Rechnung, gleichwohl als Startpunkt der Diskussion, auf der Annahme der FortfĂŒhrung der durchschnittlichen Umsatzzahlen der Vergleichsjahre Beispieljahr 1 bis Beispieljahr 4. Es ergeben sich folgende durchschnittliche UmsĂ€tze in ( Tausend € ). Hier die Darstellung der UmsĂ€tze der letzten vier Jahre des Beispielunternehmens.

Jahr T-3Jahr T-2Jahr T-1GeschÀftsjahr AktuellDurchschnitt
440369480497446

 

Der Umsatz fĂŒr das laufende Jahr ( GeschĂ€ftsjahr Aktuell ) wird dabei in der Weise auf den Jahresumsatz hochgerechnet, als der gleiche in den ersten sechs Monaten erzielte Umsatzanteil des Vorjahres angesetzt und von der Basis auf den potentiellen Jahresumsatz hochgerechnet. Auf eine Höhergewichtung aktuellerer Jahre wird verzichtet. Der so errechnete ( gerundete ) Durchschnittsumsatz von 446 Tausend € bildet den Ausgangspunkt fĂŒr die weiteren Berechnungen.

Die sonstigen betrieblichen ErtrĂ€ge werden einbezogen, da sie, soweit ersichtlich, nicht auf regelmĂ€ĂŸigen Leistungen des Unternehmens, sondern auf ĂŒberwiegend jeweils einmaligen Sachverhalten basierenden Sachverhalten basieren. In der gleichen Weise wie beim Umsatz ist die voraussichtliche kĂŒnftige Entwicklung des Aufwands abzuschĂ€tzen. Ausgehen von den durchschnittlichen Kosten der letzten Jahre, fĂŒr die die Daten verfĂŒgbar sind, ist der Teil herauszurechnen, der auf Besonderheiten der jetzigen Unternehmensstruktur ( Zusatzkosten der privaten LebensfĂŒhrung ) entfĂ€llt, also kĂŒnftig möglicherweise so nicht mehr anfallen wĂŒrden, sowie um den Teil zu erhöhen, der eventuell zusĂ€tzlich anfallen wird.

Bewertung der Personalaufwendungen fĂŒr die Unternehmensbewertung

Bewertung der Personalaufwendungen fĂŒr die Unternehmensbewertung
Bewertung der Personalaufwendungen fĂŒr die Unternehmensbewertung 


Bei den Personalaufwendungen der Beispiel GmbH fĂ€llt aus, das diese sehr gering ausfallen. Vor allem erscheint – und dies trotz einer FremdgeschĂ€ftsfĂŒhrung – kein oder nur ein Ă€ußerst geringes GeschĂ€ftsfĂŒhrerentgelt. FĂŒr die weitere Analyse wird unterstellt, dass der Personalaufwand in der bisherigen Höhe weiter anfĂ€llt, es sich also um Kompensation fĂŒr notwendige Leistungen von BeschĂ€ftigten handelt.

Falls aber bei Umsetzung des oben skizzierten GeschĂ€fts- und Übergabemodells ein jetziger Mitarbeiter die GeschĂ€ftsfĂŒhrung ĂŒbernĂ€hme, muss aus Sicht eines Erwerbers des ĂŒberwiegenden Teils des Unternehmens in Betracht gezogen werden, dass die zu erhöhten GeschĂ€ftsfĂŒhreraufwendungen fĂŒhren kann, die dann seinen Überschussanteil entsprechend reduzieren wĂŒrden. In anderen FĂ€llen ( Kauf des Unternehmens durch eine Person die auch die GeschĂ€ftsfĂŒhrung ĂŒbernimmt ) wĂ€ren fĂŒr eine saubere Berechnung der ÜberschĂŒsse der GeschĂ€ftsfĂŒhrergehĂ€lter bei der GmbH zu vernachlĂ€ssigen bzw. sie als teil des Unternehmerlohns zu interpretieren, der Bestandteil des aus dem Unternehmen zu ziehenden Überschusses ist. Um die mögliche Wirkung der obigen Annahme auf den Kaufpreis aufzuzeigen, wird neben der Variante gleichbleibende GeschĂ€ftsfĂŒhrerkosten auch die Variante gerechnet, dass dadurch die GeschĂ€ftsfĂŒhrerkosten um 15 Tausend € steigen.

Unklar ist die Position “Materialaufwand” die zu wesentlichen Teilen aus Verkaufsprovisionen gespeist wird. Bei einem externen Bewerber sei angenommen, dass diese umsatzabhĂ€ngig in der gleichen Höhe anfallen wie bisher. Auch bei den anderen Aufwandsarten wird es notwendig sein, die historischen Werte darauf zu prĂŒfen, ob sie in der bisherigen Höhe nötig und angemessen sind oder durch persönliche EinflĂŒsse geprĂ€gt sind. ( wohl v.a. Mieten, KFZ ) Ebenso sind zu erwartende Kostensteigerungen zu berĂŒcksichtigen. Auch hier lĂ€sst sich bei der Beispiel GmbH aus den verfĂŒgbaren Daten kein struktureller Anpassungsbedarf der Zahlen erkennen.

Insgesamt legen wir in der ersten NĂ€herung ohne weitere PlausibilitĂ€tsprĂŒfung aus Daten der Vergangenheit gegriffene BetrĂ€ge zugrunde. Auf Basis dieser Zahlen ergibt sich folgende vorlĂ€ufige und grobe SchĂ€tzung der kĂŒnftigen Unternehmenserfolge in ( Tausend € ).

Durchschnittliche UmsÀtze 446
Materialaufwand180 
Personalaufwand16 
Sonst. Aufwand ( v.a. AfA. Miete/Werbung/Pkw116 
Überschuss ( vor Zinsen und Steuern ) 125
alternativ ( mit höheren GeschĂ€ftsfĂŒhrungskosten ) 110

 

Der Materialaufwand ( = ĂŒberwiegend Untermaklerprovision ) wird hierbei ohne Kenntnis der genauen Entstehung und personellen Zuordnung wiederum als Durchschnitt der letzten 4 Jahre angesetzt. Die Zahl fĂŒr das Gesamtjahr ( GeschĂ€ftsjahr aktuell ) ist wiederum so bestimmt worden, dass der gleiche Prozentsatz wie fĂŒr ( Jahr T-1 ) vom Umsatz auf den geschĂ€tzten Gesamtumsatz ( GeschĂ€ftsjahr aktuell ) angesetzt wurde. WĂŒrde der Erwerber selbst grĂ¶ĂŸere Teile des Umsatzes auslösen, als dies bisher der Fall war, dann könnte die an Dritte zu zahlenden Unterprovisionen um diese VerĂ€nderung zurĂŒckgehen. Der dann verbleibende Überschuss wĂŒrde dann entsprechend höher ausfallen. Dies trĂ€fe wohl insbesondere zu, wenn ein derzeitiger BeschĂ€ftigter, der auf Provisionsbasis bezahlt wird, das Unternehmen ĂŒbernĂ€hme. Denn dann entfiele die Provisionszahlung an diese Mitarbeiter. Dieser Aspekt bleibt hier unberĂŒcksichtigt.

Vergleichbar sind die angesetzten Personalkosten ermittelt. Hier ist allerdings der Wert fĂŒr ( GeschĂ€ftsjahr aktuell ) linear aus den ersten acht Monaten hochgerechnet worden. Alle ĂŒbrigen Aufwandsarten werden zusammengefasst und in vergleichbarer Weise als Durchschnittswert der betrachteten GeschĂ€ftsjahre berechnet. Es ergeben sich die folgenden Werte:

Jahr T-3Jahr T-2Jahr T-1GeschÀftsjahr AktuellDurchschnitt
146124117117126

 

FĂŒr die Abschreibungen ist der Ansatz einer DurchschnittsgrĂ¶ĂŸe aus dem Vergangenheitsdaten offensichtlich nicht zweckmĂ€ĂŸig, da massive VerĂ€nderungen zu verzeichnen sind. Aus VereinfachungsgrĂŒnden bleibt dies aber ebenso vernachlĂ€ssigt wie der offensichtliche Trend der Reduzierung der ĂŒbrigen Aufwendungen ( der aber zu Teilen durch die verringerten Abschreibungen erklĂ€rbar ist ). Legt man die so abgeleiteten Zahlen auch fĂŒr die weitere Entwicklung des Unternehmens zugrunde, dann verbleibe also ein Betrag von

125 ( Tausend € )

als ( anfĂ€nglicher ) jĂ€hrlicher Ertrag vor Zinsen und Steuern fĂŒr den potentiellen Erwerber des Unternehmens. Die ÜberschussgrĂ¶ĂŸe EBIT ( Earnings before interest and tax ) ist eine brauchbare GrĂ¶ĂŸe fĂŒr die Messung des PeriodenĂŒberschusses, da sie unterschiedliche Finanzierungsstrukturen und Steuerbelastungen neutralisiert.

Bei der BerĂŒcksichtigung evtl. um 15 T€ erhöhter GeschĂ€ftsfĂŒhrerkosten verbleibe ein Überschuss von 110 T€ .

Wenn im ersten Jahr der heutige EigentĂŒmer weiter seine Mitarbeit anbietet ( und der Erwerber dieses Angebot annimmt ), dann wĂ€re zu prĂŒfen, wie sich dies auf die Umsatz- wie auf der Aufwandseite auswirkt. Gegebenfalls wĂ€ren Korrekturen der obigen Zahlen angebracht.

Unternehmensbewertung Beispiel: AbschÀtzung der Dauer der Wirksamkeit des Good Will

Zur Berechnung des Unternehmenswerts muss nunmehr die Dauer der Wirksamkeit des ĂŒbernommenen Good Will ( immateriellen Unternehmenswerts ) aus dem Namen, der Marktposition, den Mitarbeitern und der Organisation abgeschĂ€tzt werden. Diese AbschĂ€tzung ist sicher der schwierigste Teil der Ableitung der zu erwartenden Nettoerfolge.

Die Dauer der Wirksamkeit des Good Will eines Unternehmens hĂ€ngt wesentlich davon ab, wovon er getragen ist, woran er maßgeblich hĂ€ngt. Ist er dominant aus der unmittelbaren Arbeitsleistung des jetzigen Inhabers getragen, dann wird er sich mit dessen Ausscheiden möglicherweise relativ schnell verflĂŒchtigen, d. h. Wenig und nur kurz auf den neuen Inhaber ĂŒbertragen. Dies gilt fĂŒr Unternehmensberater ebenso wie fĂŒr Ärzte, Steuerberater und Ă€hnliche stark personenbezogene, d. h. An die QualitĂ€t und IntensitĂ€t der persönlichen Leistung des Inhabers gebundenen Dienstleistungen. Bei einem „stehenden“ Unternehmen, bei dem ein Unternehmenskauf idealtypisch sich nur im Wechsel der EigentĂŒmerposition niederschlĂ€gt, nichts aber an den unternehmerischen Prozessen und Erfolgspotenzialen Ă€ndert ( zumindest nicht in die negative Richtung ) erwirbt der Investor dagegen einen Zahlungsstrom auf unbegrenzte Zeit.

Das vom EigentĂŒmer geschilderte GeschĂ€ftsmodell entspricht dem letzteren Modell. Die Beispiel GmbH agiert weitgehend ohne die operative Mitwirkung des EigentĂŒmers und wird daher idealtypisch auch fĂŒr einen neuen Investor/EigentĂŒmer den gleichen Zahlungsstrom generieren wir fĂŒr den derzeitigen EigentĂŒmer. Wird das Unternehmen insgesamt als Marke am Markt wahrgenommen, dann vermag dies die jetzigen Markterfolge ( externe EinfĂŒĂŸe sein vernachlĂ€ssigt ) zu perpetuieren.

Ohne dies letztlich durch harte Fakten belegen zu können, setzen wir daher im Folgenden die Annahme, dass sich der Good Will des Unternehmens nicht verflĂŒchtigt und dass der fĂŒr die Vergangenheit durchschnittlich berechnete Überschuss ĂŒber alle weiteren Perioden in dieser GrĂ¶ĂŸenordnung erzielbar wird. Eine mögliche nominale Steigerung allein aufgrund des Ausgleichs der Preissteigerungsrate wird also wenig einbezogen wie ein Potential der Ausdehnung des Unternehmens.

Diskontierungssatz fĂŒr das Beispiel Unternehmen

ÜberschĂŒsse zukĂŒnftiger Perioden mĂŒssen durch Diskontierung auf den aktuellen Zeitpunkt gleichnamig gemacht werden, um den Barwert dieser ÜberschĂŒsse zu bestimmen, die ein Erwerber aus heutiger Sicht voraussichtlich kĂŒnftig aus dem Unternehmen ziehen kann.

Dieser Zinssatz soll unter der Annahme der vollen Eigenfinanzierung ermittelt werden. Aus finanzierungstheoretischer Sicht entspricht er

\[ k_E = r_f + (r_M – r_f) áșž \]

Die Renditeforderung \[ k_E \]

von EigentĂŒmern auf das von Ihnen eingesetzte Kapital setzt sich zusammen aus dem risikolosen

Marktzins \[ r_f \]

und der RisikoprĂ€mie \[ (r_M – r_f) \]

die am Markt durchschnittlich fĂŒr risikobehaftete Anlagen verlangt und bezahlt wird. Die RisikoprĂ€mie wird dabei noch mit dem spezifischen Risiko dieser Anlage, gemessen als áșž, gewichtet. Das áșž bringt zum Ausdruck, wie stark die zu bewertende Anlage der Marktrendite schwankt.

Als risikoloser Zins fĂŒr langfristige Anlagen kann heute ca. 1-2% angesetzt werden. Der langfristige Durchschnitt der RisikoprĂ€mie liegt nach Ergebnissen zahlreicher empirischer Untersuchungen bei ca. 4,5 bis 5%. Mangels geeigneter Daten zur Ableitung eines angemessenen Wertes fĂŒr das áșž wird der neutrale Wert von 1 angesetzt. FĂŒr kleine, insbesondere nicht an organischen MĂ€rkten gehandelte Unternehmen wird gemeinhin ein zusĂ€tzlicher Risikoaufschlag in der GrĂ¶ĂŸenordnung von 2-3% angesetzt. Bei einem Ansatz des Aufschlags von 2% errechnet sich damit ein Kapitalzins von

\[ k_E = 2 + (5+2-2)*1 = 7 % \]

Unternehmensbewertung: Berechnung des Barwerts der ÜberschĂŒsse

Aus den angesetzten jĂ€hrlichen durchschnittlichen ÜberschĂŒssen gemĂ€ĂŸ obiger Berechnung als “ewige” Rente errechnet sich bei dem Diskontierungszins von 7 % ein Barwert von

1.778 ( Tausend € )

Der berechnete Barwert ist ein Bruttowert ohne BerĂŒcksichtigung der Steuerlast fĂŒr den Erwerber beim Unternehmenskauf. Bei einem pauschal angenommenen Steuersatz auf der Unternehmens- und der persönlichen Ebene von 35% errechnet sich, wiederum die Basisversion mit 125 T€ Überschuss und 7% Diskontierung unterstellt, eine kumulierter NettoĂŒberschussgrĂ¶ĂŸe fĂŒr den Erwerber in Höhe von

1.156 ( Tausend € )

Jede dieser BetrÀge kann um 2-3 % Punkte nach oben oder unten schwanken.

Fazit und Gesamtergebnis der Unternemensbewertung am Beispiel

Unter dem gesetzten Annahmen komme wir in der Hauptvariante zu einem Wert des Beispiel Unternehmen von ca.

1.100 – 1.300 ( Tausend € )

Auswirkungen alternativer Annahmen ( Umsatzentwicklung, Entwicklung der Kostenkomponenten, Dauer der Wirksamkeit des Good Will, Diskontierungssatz, Steuersatz ) auf das Ergebnis können durch Ersetzten der jeweiligen RechengrĂ¶ĂŸen relativ leicht ermittelt werden.

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