Gesellschaftsanteile verkaufen in der Paxis: Überblick Steuerliche und rechtliche Bedingungen
GeschÀftsanteile verkaufen weltweit

Gesellschaftsanteile verkaufen in der Paxis: Überblick Steuerliche und rechtliche Bedingungen

Sie wollen Gesellschaftsanteile verkaufen ?

Gesellschafteranteile verkaufen – Das bedarf einiger Rahmenbedingungen die zu beachten sind. Wir haben Ihnen hier einige Informationen zum rechtlichen und steuerlichen Hintergrund zusammengetragen. Nutzen Sie die Erfahrungen aus der Praxis.

Bewertung der GmbH-Anteile beim Verkauf

Eine wichtige Frage: Wie können die Gesellschaftsanteile bewertet werden damit sich ein Verkauf auch lohnt. Welche Bedingungen mĂŒssen Sie gegenĂŒber den weiteren Gesellschaftern erfĂŒllen.

Welche steuerliche Belastung haben Sie beim Verkauf Ihrer GmbH-Anteile ?

Was bleibt Ihnen wenn Sie das Finanzamt “hinter” sich haben. Welche Möglichkeiten gibt es. Wir haben die Antworten.

GESELLSCHAFTSANTEILE VERKAUFEN

GegrĂŒndet wird eine GbR (Personengesellschaft) oder eine GmbH (Kapitalgesellschaft) von einer Person also einem zukĂŒnftigen Gesellschafter. In der Praxis sind es aber mehrere Beteiligte die bei einer solchen UnternehmensgrĂŒndung zusammenkommen. Beide Varianten haben unterscheidliche Auswirkungen auf die Haftung zum Beispiel im Insolvenzrecht. In der Regel entsteht ein Gesellschaftervertrag mit der Begutachtung einer juristischen Beratung.

Schon mit Beginn einer solchen Partnerschaft sollten die Gesellschafter auf ein mögliche Ende vorbereitet sein. Zum Beispiel wenn ein Gesellschafter seine Anteile verkaufen will. Kann ein Gesellschafter seine Anteile verschenken oder vererben? Jede Änderung haben Auswirkungen auf den Gesellschaftervertrag und natĂŒrlich auch auf die Partner einer solchen Unternehmensform. Bestenfalls ĂŒberprĂŒfen Sie jĂ€hrlich die Bedingungen des Geselschaftervertrages.

Oft werden die Auswirkungen erst im laufenden des operativen GeschÀft erkannt. Folgen die Unternehmer nicht einer gemeinsamen Strategie kann es zu Konflikten zwischen den Partnern kommen. Daher ist eine notwendige steuerliche und juristische Betrachtung eines solchen Gesellschaftervertrages zwingend. Wir wollen uns einmal gemeinsam die rechtliche und steuerliche Konsequenzen anschauen.

Fallbeispiel: Sie sind Unternehmer in einer Firma mit einen oderer mehreren Partnern. Auf Grund neuer persönlicher Rahmenbedingungen möchten Sie die Partnerschaft beenden und Ihre Firmenanteile verkaufen. Jetzt gilt es zu prĂŒfen wie Ihre Firmenanteile bewertet werden und an wenn diese ĂŒbertragen werden können.

Überblick und Inhaltsangabe

Verkauf von Gesellschaftsanteilen

Eine Definition fĂŒr den Verkauf von Unternehmensanteilen: Als VerĂ€ußerung wird der Verkauf von Gesellschafteranteilen an Dritte oder an die ĂŒbrigen Gesellschafter bezeichnet.

Nicht selten steht sogar ein gesamter Unternehmensverkauf zur Disposition. DafĂŒr gibt es verschiedene Möglichkeiten. Im Trend liegen fĂŒr den Verkauf eines Unternehmens die Verwendung von Online Unternehmensbörsen. Bestenfalls ziehen Sie den Rat eines M&A-Experten hinzu.

VerĂ€ußerung von Anteilen im Falle einer GbR ( Gemeinschaft bĂŒrgerlichen Rechts )

FĂŒr die OHG ( offene Handelsgesellschaft ) oder die KG ( Kommanditgesellschaft ) gelten beim Verkauf von Anteilen die gleichen Bedingungen wie bei einer GbR. Sind alle ĂŒbrigen Gesellschafter einverstanden so ist der Verkauf möglich. Also gibt es hier keinen Unterschied in der Betrachtung. Dabei ist die schriftliche Form zu wahren und es muss ein Gesellschafterbeschluss veröffentlicht werden. Der Verkauf ist dabei nur möglich, wenn die ĂŒbrigen Gesellschafter einverstanden sind. Ist also nur ein Gesellschafter mit dem Verkauf nicht einverstanden so ist ein Verkauf der Gesellschafteranteile nicht möglich. Das bedeutet natĂŒrlich, dass Sie in jedem Falle auf Ihre Partner zugehen mĂŒssen und die entsprechenden Möglichkeiten aushandeln mĂŒssen. Somit mĂŒssen die weiteren Partner von Ihnen ĂŒberzeugt werden einem Verkauf zuzustimmen.

Davon kann aber abgewichen werden wenn ein solcher Fall im Gesellschaftervertrag bereits geregelt worden ist. Zum Beispiel könnte eine Vereinbarungen lauten, dass beim Verkauf der Anteile die Mehrheit entscheidet. Hier gibt es also eine Vertragsfreiheit fĂŒr die Gestaltung der Mehrheitsbeteiligung.

Anmerkung: Die Übertragung der Unternehmens-Anteile ist ohne Einhaltung einer besonderen Form möglich, eine notarielle Beurkundung ist nicht gefordert. Trotzdem sollten Sie sich immer juristischen Rat holen. Am besten lassen Sie die Bedingungen von zwei unabhĂ€ngigen Juristen prĂŒfen. Dann können Sie mit dem besten Ergebnis rechnen und die Ergebnisse gegenhalten.

Wie können Sie Ihre GmbH ( Gesellschaft mit beschrÀnkter Haftung ) -Anteile verkaufen?

Der Verkauf von GmbH-Anteilen ist frei. Daher ist dieser Fall einfacher zu realisieren als bei der GbR. NatĂŒrlich ist auch hier der Gesellschaftervertrag die Basis. Sind dort Regelungen zum Verkauf bzw. zum Vorkaufsrecht durch die ĂŒbrigen Gesellschafter zu lesen, so gelten dann die entsprechenden Bedingungen. In vielen FĂ€llen ist der Verkauf an Dritte nicht gestattet, wenn sich keine Zustimmung der Mitgesellschafter finden lĂ€sst. Lassen Sie solche Bedingungen bitte unbedingt von einem Anwalt prĂŒfen. So können Sie entsprechenden Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg gehen. Eine Zustimmung der ĂŒbrigen Gesellschafter ist notwendig, wenn Teile von Gesellschaftsanteilen verkauft werden sollen. Es ist in diesem Falle die einfache Mehrheit ausschlaggebend, wobei auch der VerkĂ€ufer der Anteile ein Stimmrecht besitzt. Es ist also zum Teil Ihr Verhandlungsgeschick das Ihnen die Möglichkeiten fĂŒr den Verkauf eröffnet.

Praxistipp: Suchen Sie frĂŒhzeitig das GesprĂ€ch mit Ihren Partnern, so sparen Sie sich unangenehme Diskussionen. Ein Unternehmen in jeglicher Rechtsform braucht fĂŒr alle Partner eine gemeinsame Strategie der sie folgen können. Nur so kann das Unternehmen weiterhin erfolgreich sein und sie steigern gleichzeitig den Wert Ihrer Firmenanteile.

Können Gesellschaftsanteile vererbt werden?

Eine spannende Frage ist: Können Gesellschaftsanteile auch vererbt werden? Die Antwort lautet ja. Gesellschaftsanteile können auch im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge weitergegeben werden. In der Praxis werden jedoch die beiden FĂ€lle fĂŒr die GbR und die GmbH unterscheidlich behandelt.

1. Fall: Die GbR-Anteile vererben

Mit dem Tod eines Gesellschafters wir die GbR aufgelöst, sie bleibt aber zunĂ€chst weiterhin die volle TrĂ€gerin des Unternehmens. Die somit aufgelöste Gesellschaft wandelt sich daher in eine identische Wirkungseinheit in Form der Liquidationsgesellschaft. Deren Zweck besteht darin, das vorhandene Vermögen – nach Bezahlung der Schulden – an die Gesellschafter und damit anteilsmĂ€ĂŸig an die Erbengemeinschaft zu verteilen. 

Anmerkung: Was ist mit einer zweigliedrigen GbR?

Stirbt in einer zweigliedrigen GbR der eine der beiden Gesellschafter und wird er vom anderen allein beerbt, wird hierdurch die Gesellschaft nicht nur aufgelöst, sondern gleichzeitig beendet; der verbleibende Gesellschafter wird Alleininhaber des Unternehmens.  Zivilrechtlich fĂŒhrt das Ausscheiden des vorletzten Gesellschafters einer Personengesellschaft dazu, dass der verbleibende Gesellschafter Gesamtrechtsnachfolger der Gesellschaft wird; zugleich wird die Gesellschaft voll beendet.

2. Fall: Die GmbH-Anteile vererben

Gerade in Familienbetrieben stellt sich oft die Frage, was mit mit den GeschĂ€ftsanteilen eines verstorbenen Gesellschafters geschieht. Die Anteile des Erblassers fallen grundsĂ€tzlich direkt in den Nachlass. Stehen mehrere Personen als Erbe bereit, so stehen die GeschĂ€ftsanteile ihnen zur gesamten Hand zu. Das heißt, sie können nur gemeinsam ihre Mitgliedschaftsrechte in der GmbH ausĂŒben. Diese freie Vererblichkeit ist besonders in Familienbetrieben oft nicht erwĂŒnscht. Es gilt zu verhindern, dass familienfremde oder geschĂ€ftsunerfahrene Erben Gesellschafter werden. Jedoch ist es nicht zulĂ€ssig, die freie Vererblichkeit der GeschĂ€ftsanteile in der GmbH-Satzung auszuschließen. Abhilfe schaffen hier nur Regelungen ĂŒber eine Zwangsabtretung nach dem Erbfall oder eine Einziehung der GeschĂ€ftsanteile.

Praxistipp: Sorgen Sie schon möglichst zu Beginn Ihrer SelbstĂ€ndigkeit fĂŒr klare VerhĂ€ltnisse. Schneller als gedacht kommt auch fĂŒr Sie als Gesellschafter der demographische Wandel. Im Laufe Ihrer GeschĂ€ftstĂ€tigkeit wird sich in diesem Punkt möglicherweise immer wieder ein Wandel vollziehen. Gerade bei Familienbetrieben ist die Unternehmensnachfolge immer wieder ein wichtiges Thema. Hier gehte ed dann nicht nur um das Vererben sondern auch um die Suche einens passenden Nachfolgers. Die kommt nicht selten aus der eigenen Familie sondern als Externer.

Die freie Übertragbarkeit der Gesellschaftsanteile

Die freie Übertragbarkeit eines GmbH-Anteils kann fĂŒr die verbleibenden Gesellschafter durchaus ein Problem darstellen. Der Übergang eines Anteils auf einen neuen Gesellschafter zwingt die verbleibenden Gesellschafter dazu, zukĂŒnftig mit dem neuen Gesellschafter zusammenzuarbeiten. Mag die Vergangenheit der Gesellschaft noch so harmonisch abgelaufen sein, so birgt jeder Gesellschafterwechsel die Gefahr von Spannungen zwischen alten und neuem Gesellschaftern. Wie weit die Gesellschafter bei der EinschrĂ€nkung der freien VerĂ€ußerbarkeit von Anteilen gehen wollen, ist Ihnen ĂŒberlassen. Denkbar sind hier beispielsweise Regelungen, wonach die Gesellschafterversammlung oder auch nur einzelne Gesellschafter einer Übertragung zwingend zustimmen mĂŒssen. Möglich ist aber auch, die Übertragung von Anteilen grundsĂ€tzlich auszuschließen. Kommt es zu Meinungsverschiedenheiten so stellt sich schnell die Frage nach einer Unternehmenbewertung um die Unternehmensanteile zu berechnen.

Gesellschaftsanteile in der steuerlichen Betrachtung im Falle eines Verkaufs

Wer sein Unternehmen oder Anteile aus einer Gesellschaft verkauft erzielt einen Gewinn. Dieser ist zu besteuern. Mit dem Übergang des wirtschaflichen Eigentums ist der Stichtag gesetzt an dem zu besteuern ist. UnabhĂ€ngig ist der Zeitpunkt an dem der Kaufvertrag geschlossen wurde oder aber auch wann das rechtliche Eigentum an den neuen Besitzer ĂŒbergegangen ist. FĂŒr die Berechnung der Steuer ist es daher nicht maßgeblich, wann der VerkĂ€ufer das Geld bekommen hat. Es gibt hier als zwei verschiedene Sachlagen die betrachtet werden und eine steuerliche Bewandtnis haben. Dies sollten Sie bei Ihren Planungen mit in Betracht ziehen um nicht unnötig Zeiten- und Fristen außer acht zu lassen.

Praxistipp: Das Finanzamt möchte immer mitverdienen. Suchen Sie sich am besten zwei Steuerberater mit Weitblick und lassen diese unabhÀngig voneinander von sich arbeiten. So haben Sie die Möglichkeit die StÀrken und schwÀchen einer einzelnen Beratung abzuwÀgen.

Die mehr als ein Prozent Regel beim Verkauf einer Beteiligung

Der Verkaufsgewinn der GeschĂ€ftsanteile muss versteuert werden wenn die Beteiligung mindestens ein Prozent entspricht. Dies ist fĂŒr die Beteiligung wesentlich und klar definiert. Es wird ein Zeitraum betrachtet der fĂŒnf Jahre zurĂŒcklegen muss. Dabei kann in diesem Zeitraum die Beteiligung auch unter einem Prozent gelegen haben. Somit ist dann die LĂ€nge der wesentlichen Beteiligung nicht relevant. NatĂŒrlich ist auch ein weiterer Punkt zu betrachten: Liegt eine Schenkung vor oder die Beteiligung wird am gleichen Tag verkauft, dann gelten genau die gleichen Regelungen fĂŒr die GeschĂ€ftsanteile.

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Die unter ein Prozent Regel beim Verkauf einer Beteiligung

Handelt es sich um eine GmbH so ist die Beteiligung unter einem Prozent steuerlich eher unwesentlich zu betrachten. Die Gewinne aus dem Verkauf der Unternehmensanteile liegen bei 25 Prozent pauschale Versteuerung. Die ĂŒblichen AufschlĂ€ge wie Kirchensteuer und Soli-Beitrag kommen dazu.

Und nach dem Verkauf ? Gewinne der Gesellschafteranteile auszahlen lassen

Welcher Zeitpunkt ist fĂŒr den Verkauf der Gesellschafteranteile zu berĂŒcksichtigen?

Verkauft der Gesellschafter seine Anteile nicht zum (GeschĂ€fts-)Jahreswechsel, stellt sich die Frage, wie es um die Gewinne steht, die nachtrĂ€glich ausgeschĂŒttet werden. Findet der Verkauf beispielsweise im Juli statt und beim Jahresabschluss nach dem Dezember ergeben sich Gewinne, muss der VerkĂ€ufer hier bedacht werden. Welche Anteile ? Der Gesellschafter hat einen schuldrechtlichen Anspruch, den er gegen den KĂ€ufer der Gesellschaftsanteile geltend machen kann. Welche Gewinne werden ausgeschĂŒttet ? Die Gewinne werden nur anteilig fĂŒr die Zeit, in der der VerkĂ€ufer noch Anteilseigner war, ausgeschĂŒttet.

Gewinne erhĂ€lt der KĂ€ufer : Eine ErlĂ€uterung fĂŒr Sie …

Ein KĂ€ufer wird neuer Anteilseigner und ĂŒbernimmt somit die Gewinne des ausgeschiedenen Gesellschafters. Maßgeblich hierfĂŒr ist der Gewinnverwendungsbeschluss. Dieser muss offiziell angezeigt werden und allen Gesellschaftern mitgeteilt sein.

Gewinnverwendungsbeschluss: Stellen Sie sich vor, das Unternehmen, in dem Sie eine Partnerschaft haben, hat dieses GeschĂ€ftsjahr einen ordentlichen JahresĂŒberschuss eingefahren. Jetzt muss natĂŒrlich ĂŒberlegt werden, was mit dem Geld passiert. Ausgangspunkt der Gewinnverwendungsrechnung ist der JahresĂŒberschuss, der aus der Gewinn- und Verlust Rechnung resultiert. Wir rechen natĂŒrlich in diesem Falle nur von den Gewinnen. Bei Verlusten gilt eine besondere Betrachtungsweise. Eine Frage aber bleibt offen, ob der alte Gesellschafter nicht ein Anrecht auf die Zahlung hat, obwohl er zum Zeitpunkt der GewinnausschĂŒttung kein Gesellschafter mehr war. Hierbei wird zwischen der Verteilung des Gewinns im InnenverhĂ€ltnis und der Zuordnung des ermittelten Anspruchs auf Gewinn unterschieden. Maßgebend fĂŒr die Berechnung der Gewinne ist der Stand des Kapitalanteils zu Beginn des GeschĂ€ftsjahres, dessen Ergebnis zu verteilen ist. Scheidet ein Mitunternehmer aus einer Personengesellschaft mit abweichendem Wirtschaftsjahr aus, wird der Gewinn im Kalenderjahr des Ausscheidens bezogen.

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Dr. Ingo Hoffmann

Seit vielen Jahren verfasse ich Artikel fĂŒr den Bereich Unternehmensbörse, Unternehmensnachfolge, Unternehmensverkauf und Unternehmenskauf. Ich bin M&A-Experte und Consultant aus Leidenschaft.