Spin-Off, Carve-Out, Split-Off: Wiki-Ratgeber
Spin Off Deutschland Unternehmensverkauf

Spin-Off, Carve-Out, Split-Off: Wiki-Ratgeber

Spin-Off, Carve-Out, Split-Off: Wiki-Ratgeber

Was Sie schon immer über Spin-Off wissen wollten! Wie funktioniert eine Carve-Out? Was ist ein Equity Carveout? Wie wird ein Split-Off erfolgreich? Welche Fragen beantwortet ein Unternehmensverkauf? Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit Spin-Offs, Equity Carve-Outs und Split-Offs um die wesentlichen Unterschiede zwischen den drei Ansätzen zu beschreiben.

Spin-Off, Carve-Out, Split-Off: Ratgeber

Spin-Off, Carve-Out und Split-Off sind verschiedene Methoden, mit denen ein Unternehmen bestimmte Vermögenswerte, meistens eine Geschäftsbereich oder eine größere Abteilung, veräußern kann. Also einem Unternehmensverkauf bei der ein Konzern Anteile einer Tochtergesellschaft, z. B. im Zuge einer Neuemission (Initial Public Offering) über die Börse, veräußert. Jede dieser Methoden hat ihre Berechtigung und wir werden diese in dem folgenden Fachartikel aufarbeiten.

Beispiel Bedeutung eines Spin-Offs:

Im Rahmen eines Spin-Offs verteilt die Muttergesellschaft die Anteile der ausgegliederten Tochtergesellschaft anteilig (“pro rata”) an ihre bisherigen Aktionäre in Form einer Sonderdividende. Hier ein Beispiel aus der Praxis: Bei Siemens wurde beschlossen Osram über eine Abspaltung an die Börse zu bringen. Jeder Siemens-Aktionär erhielt dann für 10 Siemens-Aktien eine Aktie der Osram Licht AG ins Depot gebucht. Siemens hielt bis 2017 dann einen Anteil von 17 Prozent am Unternehmen. Es gibt aber auch Überschneidungen zur Carve-Out-Methode. Im Zuge des Carve-Outs wurde auch das Glühlampen-Symbol aus dem Logo von Osram entfernt. Osram, mit Hauptsitz in München, ist ein weltweit führender Lichthersteller mit einer rund 100-jährigen Geschichte. Das Produktportfolio beinhaltet High-TechAnwendungen auf der Basis halbleiterbasierter Technologien wie Infrarot oder Laser. Die Produkte kommen in verschiedensten Anwendungen von Virtual Reality über autonomes Fahren oder Handys bis hin zu vernetzten intelligenten Beleuchtungslösungen in Gebäuden und Städten zum Einsatz. Firma Unternemen verkaufen Spin Off

Beispiel Bedeutung eines Carve-Outs:

Im Gegensatz zu einem Spin-Off funktioniert ein Carve-Out etwas anders. Bei einem Carve-Out verkauft die Muttergesellschaft in der Regel einen Minderheitsanteil an einer Tochtergesellschaft im Rahmen eines Börsengangs (IPO) an interessierte Investoren. Als besonders erfolgreicher Fall gilt so beispielsweise die Ausgliederung der Spezialchemiefirma Lanxess aus dem Bayer-Konzern. Das Carve-out bereitete beiden Firmen einen steigenden Börsenwert in der Zukunft. Allerdings ist dieser Vorgang meist auch mit hohen Kosten verbunden. Rund 5 Prozent des Verkaufserlöses machen Transaktionskosten aus, wie Beraterhonorare und die Gebühren für Banken und Anwälte. Am 31. Januar 2005 ging Lanxess an die Börse. Die Erstnotiz der Aktie im Handel der Frankfurter Börse erfolgte im Prime Standard. Um den Aktienindex DAX korrekt berechnen zu können, notierte das Unternehmen dabei für einen einzigen Tag im DAX, der damit zum ersten Mal in seiner Geschichte 31 Werte umfasste. Am nächsten Tag wurde dann die Gewichtung des Bayer-Konzerns mit Hilfe des Schlusskurses von Lanxess neu berechnet. Lanxess wurde im Juni 2005 in den MDAX aufgenommen. Lanxess ist führender Spezialchemiekonzern mit Hauptsitz in Köln. Mit rund 14.300 Mitarbeitenden in 33 Ländern ist Lanxess ein etabliertes Unternehmen am Weltmarkt. Die Kernkompetenzen liegen in der Produktion, der Entwicklung und dem Vertrieb von chemischen Zwischenprodukten, Additiven, Spezial-Chemikalien und Kunststoffen. Damit erwirtschaftet lanxess einen Jahresumsatz von 6,8 Milliarden Euro.

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Bedeutung eines Split-Off:

Bei einem Split-Off werden den Aktionären des Mutterunternehmens analog zum Spin-Off Anteile an einer Tochtergesellschaft angeboten. Sie ist eine Form der  Desinvestition (von Unternehmensanteilen), bei der Anteile an einem Gruppen-unternehmen gegen Anteile am Unternehmensverbund getauscht werden. Somit verändern sich die Eigentumsverhältnisse im Gegensatz zum Spin-off. Während die Auswahl einer bestimmten Methode durch die Muttergesellschaft typischerweise von einer Reihe von Faktoren abhängt, besteht das Ziel jedoch meist darin, den Unternehmenswert für die Aktionäre zu steigern, indem man die Geschäfte so aufstellt, dass Wachstumsoptionen etc. besser ausgenutzt werden können und die neu entstehenden Unternehmen besser gemanagt werden.
Im Gegensatz zum Spin-Off erhalten die Aktionäre bei einem Split-Off ein Wahlrecht. Sie können sich entscheiden, ob sie Aktien des abgespaltenen Unternehmens haben möchten und zwar im Tausch gegen Aktien des Mutterunternehmens. Um hier einen Umtauschpreis festlegen zu können, wird in der Regel zuvor ein sog. Carve-Out durchgeführt, bei dem die Mutter einen kleinen Teil des abzugebenden Tochterunternehmens an die Börse bringt, wo sich dann ein Marktpreis für die Aktien bestimmt. Beispiel: Danaher will sich komplett von Envista trennen. Der eingeschlagene Weg soll sicherstellen, dass interessierte Aktionäre sich einen größeren Anteil an Envista sichern können. Die Danaher Corporation ist ein diversifiziertes Technologieunternehmen und Hersteller elektronischer Testsysteme. Die Gesellschaft entwickelt, fertigt und vermarktet Produkte für den Einsatz in den Bereichen Industrie, Medizin und Handel. Das Unternehmen hält Produktionsstätten sowie Einrichtungen zur Forschung und Entwicklung auf der ganzen Welt. Envista wird nach Angaben des Konzerns drei operative Unternehmen aus dem Dental-Segment von Danaher umfassen: Nobel Biocare Systems, Kavo Kerr und Ormco. Diese Unternehmen sind am Markt positioniert für die Bereiche Dentalimplantate, Kieferorthopädie, Dentalausrüstung und Verbrauchsmaterialien und umfassen Marken wie Nobel Biocare, KaVo, Kerr, iCAT, Dexis, Metrex, Pelton & Crane, Ormco, Implant Direct und Orascoptic. Weltweit wird Envista rund 12.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Die Sicht des Value Investors

Aus Sicht des Value Investors bieten sich vor allem Spin-Offs oft als Investments an, da diese den Gesamtmarkt in vielen Fällen (und aus verschiedenen Gründen) in den ersten Jahren des Listings outperformen. Da dies für die so genannten Equity Carve-Outs typischerweise nicht in gleichem Maße gilt, ist es wichtig, die Unterschiede einmal zu verstehen. Value Investing ist eine Anlagestrategie mit dem Ziel in unterbewertete Anlagen zu investieren. Den Ausgangspunkt der Value Investing Strategie bildet die Unternehmensbewertung anhand einer Fundamentalanalyse. Mithilfe der Unternehmensbewertung soll der innere Wert der Anlage ermittelt und dadurch Fehleinschätzungen des Marktes ausfindig gemacht werden.

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Dr. Ulrich Kolbe

Seit vielen Jahren verfasse ich Artikel für den Bereich Unternehmensbörse, Unternehmensnachfolge, Unternehmensverkauf und Unternehmenskauf. Ich bin M&A-Experte und Consultant aus Leidenschaft.